Der Ziegelsee

Der Ziegelsee ist ein See im Schweriner Stadtgebiet. Der Ziegelsee liegt im Bereich der Werdervorstadt.

Daten

Ziegelseeinnensee Schwerin

Ziegelseeinnensee Schwerin (Quelle: Wikimedia Commons)

Größe des Innensees: 0,52 km²
mittlere Wassertiefe : 7,5 m
maximale Tiefe :16,5 m.

Größe des Außensees: 2,5 km²
maximale Tiefe : 34,4 m.

Der Außensee ist über den Langen Graben mit dem Schweriner See verbunden. Mit dem Werderkanal zum Heidensee besteht ein weiterer Abfluss in Richtung Schweriner See. Wasser fließt in den Ziegelsee über den Aubach und über den Pfaffenteich.

Geschichte

In der Weichseleiszeit (vor ca. 115.000 Jahren bis vor 11.700 Jahren) entstand der See aus einer tertiären Senke (Erosionsrinne), die sich mit Schmelzwasser füllte.

historischer Stadtplan um 1750

historischer Stadtplan um 1750 (Quelle: Wikimedia Commons)

Der Ziegelsee wird erst in Innensee und Außensee unterteilt, seit eine Straße auf natürlicher Bodenschwelle über den See gebaut wurde. Dabei wurde eine Wasserverbindung zwischen beiden Seen offen gelassen, die durch eine Brücke überspannt wird. Der See ist Teil der Bundeswasserstraßengewässer in Schwerin.

Am Ostufer des Ziegelinnensees entstand nach dem Ersten Weltkrieg ein Binnenhafen. In die Stadt wurden Waschmittel, Stückgut, Mehl und Zucker transportiert. Ausgeführt wurde vor allem Getreide. Im Hafen wurden weiterhin Ziegelsteine, Dünger, Futtermittel, Seesand, Holz und Kohlen umgeschlagen. Der Hafen erlangte keine große wirtschaftliche Bedeutung. Der Binnenhafen war an die Bahnstrecke nach Wismar angebunden. 1939 wurde am Hafen ein Getreidespeicher errichtet. Die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens wuchs. 1947 wurde deshalb die Kaimauer um 25 auf dann 294 Meter verlängert. 1972 wurden 200.000 Tonnen Waren umgeschlagen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verlor der Hafen seine wirtschaftliche Bedeutung. Am Hafen entstand ein Bootsanleger, der Speicher wurde von 1995 bis 1998 zu einem Hotel umgebaut.

Zu DDR-Zeiten wurden Abwässer aus zwei Kläranlagen der Nervenklinik eingeleitet. Außerdem flossen nach starken Regenfällen durch überalterte Regenwasserüberläufe ungeklärte Abwässer in das Gewässer. Die Wasserqualität verbesserte sich erst wieder, als 1974 in Schwerin-Süd ein Klärwerk errichtet wurde.

Damals wurden auf dem Innensee mehrfach Motorbootrennen ausgetragen. Das erste Rennen fand am 19. Juli 1953 statt. Die Veranstaltung 1957 wurde erstmals international ausgeschrieben und für den Sieger wurde der Wanderpreis „Petermänken” (benannt nach dem Schlossgeist) eingeführt.

In der Nachwendezeit wandelte sich das Gebiet um den Ziegelsee zunehmend zu einem attraktiven Wohngebiet. Im Bereich des Nord- und Ostufers entstanden und entstehen aktuell moderne Wohnprojekte.

Naturschutz

Der Ziegelaußensee ist mit seinen naturnahen Uferbereichen Teil des EU-Vogelschutzgebietes „Schweriner Seen“. Er hat für den Arten- und Biotopschutz eine sehr große Bedeutung. So gibt es bei Wasserpflanzen Vorkommen von Schwanenblume, Gemeines Hornblatt und Glattes Hornblatt, Sumpfbinse, Ähriges Tausendblatt und Laichkraut und Wasserknöterich. Im Außensee leben Fischotter.

weiterführende Links

Wikipedia – Ziegelsee

Informationen zum Ziegelinnensee

Informationen zum Ziegelaußensee

Der Ziegelsee bei OpenStreetMap